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Unerwartete Vaterschaft

Summary:

Tony Stark wird zu einem schrecklichen Kater und dazu wach, dass Loki ihn zur Haustür ruft, weil ein Baby vor der Tür liegt.

Notes:

Eine Übersetzung der Fanfiction "Unexpected Fatherhood" der wunderbaren STARSdidathing.
Ich hoffe sie gefällt euch, wenn ja zeigt doch auch bitte STARSdidathing eure Begeisterung :)
Es tut mir wirklich leid, dass ihr so lange warten musstet, aber mir ist unglaublich viel dazwischen gekommen. Zuerst war ich krank dann hab ich mich verletzt...
Aber jetzt geht es mir wieder gut, ich habe Zeit und ich bin motiviert, also sollte in Zukunft wieder mehr kommen.
Heute gibt es erstmal den ersten Teil, aber ich poste dann morgen den Rest :)

Chapter Text

Niemand schmiss Partys wie Tony Stark.

Unglücklicherweise bedeutete das auch, das niemand Kater wie Tony Stark hatte.

Loki sagte, dass er mittlerweile immun gegen sie sein sollte, und Gott, wäre das nicht toll? Leider war er es aber nicht. Er hatte Kopfschmerzen und lernte erschreckt, dass nicht mehr Kaffee im Haus war als für zwei Tassen.

Er war sehr dankbar, dass sein Zimmergenosse und bester Freund (nicht Rhodey erzählen!) nur Tee trank. Es bedeutete, dass er seinen Kopf auf die Küchentheke legen konnte und Loki bettelnd anschauen konnte, bis er einknickte.

„Bitte, Loki?“, fragte er, versuchend noch mitleidserregender auszusehen.

Loki starrte ihn an. Seine Arme waren verschränkt und er wirkte nicht gerade beeindruckt. Manche Leute wären unter diesem Blick in sich zusammengeschrumpft, aber Tony war nicht einer von ihnen. Er wusste, dass Loki letztendlich nachgeben würde.

„Du bist derjenige, der sich entschlossen hat, eine Feier bis drei in der Nacht zu veranstalten.“

„Aber es war für einen guten Zweck!“

„Bruce Banner ist nicht mal im Land. Du musstest keine Geburtstagsfeier für ihn veranstalten.“

„Lokiiiii“, jammerte Tony. Er riss sogar die Augen auf und schob seine Lippe nach vorne. Er hielt die Kaffeetasse n seine Richtung und schüttelte sie. „Bitte?“

Loki sog einen langen, tiefen Atemzug ein und stieß ihn wieder aus. Seine Genervtheit verschwand mit dem Atemzug und wurde mit liebevoller Belustigung ersetzt. Er trat ein paar Schritte nach vorne und legte seine Hand in Tonys Haare, sanft durch es fahrend. Tony schloss seine Augen und lehnte sich in die Richtung der Berührung. Loki fuhr mit seinem Daumen über seine Schläfe, die andauernden Kopfschmerzen lindernd.

„Okay“, sagte er sanft. „Ich geh dir einen Kaffee holen.“

Tony entspannte sich. „Du bist der beste.“

„Ich weiß“, antwortete Loki selbstzufrieden. „Ich nehme deine Karte mit.“

„Kauf dir ein Gebäck“, verlangte Tony.

Loki schnaubte und entfernte seine Hand. Tony folgte ihr, bereits die sanfte Berührung vermissend. Er wusste nicht, warum Leute dachten, dass Loki kalt und rücksichtslos war. Tony hatte nie jemanden getroffen, der liebevoller, loyaler und bereitwilliger war, Tonys Verhalten zu ertragen.

Offensichtlich waren alle anderen einfach nur Idioten.

Tony blieb bei der Theke, als er Loki dabei zuhörte, wie er geschäftig durch ihr Penthouse eilte. Er kam ein paar Minuten später zurück und legte eine Sonnenbrille neben Tony.

„Ich bin in zehn Minuten wieder da. Versuch nicht künstlich Kaffee herzustellen während ich weg bin.“

„Das war ein Mal.“, beschwerte Tony sich als er die pinke Sonnenbrille nahm und aufsetzte.

„Ein Mal zu viel“, spöttelte Loki.

Tony legte den Kopf schief, um seinem Freund nachzusehen, aber er sah nur Lokis Rücken, als er in Richtung der Tür verschwand. Tony war enttäuscht, dass Loki ihm kein Kissen gebracht hatte – aber falls er einschlafen würde, würden sein Nacken und sein Rücken ihn umbringen. Es war besser aufzustehen. Die Couch war nicht weit weg und er war sich ziemlich sicher, dass sie sauber war – im Gegensatz zum Rest des Apartments. Es war eine Wahnsinnsparty gewesen.

Tony hatte angefangen, sich von der Theke hochzudrücken, als er Loki schreien hörte: „Tony!“

Tony erstarrte bevor er von seinem Platz aufsprang und zu seinem Freund eilte. Loki hatte beunruhigt geklungen. Loki klang nie beunruhigt und das bedeutete, dass etwas sehr falsch war. Was zur Hölle war falsch? Es war ein teures Gebäude im Herzen von New York und okay, die Sicherheitsregelungen waren immer ein bisschen lockerer, wenn er eine Party schmiss, aber es sollte niemand an ihrer Tür sein. Es war ein privater Aufzug, der zu einem privaten Foyer führte, bevor man eine geschlossene Tür erreichte. Also, warum war Loki beunruhigt?

Tony kam neben seinem Freund an, der auf der Türschwelle stand. Er stoppte gerade noch innen und blickte im Foyer herum, konnte aber niemanden sehen.

„Loki? Was ist es? Was ist falsch? Hey, was ist das in deiner Hand?“

Loki starrte nicht das Blatt in seiner Hand an: er sah auf seine Füße hinunter. Tony tat es ihm gleich und blinzelte. Es war eine Wiege. Da war ein schlafendes Baby in der Wiege. Okay, Loki hatte das Recht beunruhigt zu sein.

„Was zur Hölle ist das?“, fragte Tony, oder naja, wisperte er. Es war ein Baby und Tony wollte es garantiert nicht wecken.

Loki wendete seinen Blick nicht von dem Baby ab. Er reichte Tony das Blatt und Tony zog die Augenbrauen zusammen, nahm es aber trotzdem.

Tony,
Ich weiß nicht, wie ich dir das sagen soll, aber das ist dein Sohn.

„Nein, nein, gottverdammt noch mal nein“, zischte Tony. Er wollte nicht weiterlesen. Er starrte voller Schock und Horror auf das Baby herab. „Auf keinen verdammten Fall-“

„Leise“, zischte Loki, ihm einen finsteren Blick zuwerfend. „Weck nicht das Kind auf.“

Tony schluckte und zwang sich, leiser zu sprechen. „Das ist ein Scherz, oder? Ein Streich oder jemand, der versucht an das Stark Vermögen zu kommen. Auf keinen Fall ist das mein Kind.“

Loki runzelte die Stirn. „Tony, hast du den ganzen Brief gelesen?“

„Was? Nein! Ich lese nicht den Brief von irgendeinem-“

Tony“, sagte Loki, seine Stimme kurzangebunden. „Lies den ganzen Brief.“

Tony runzelte trotzig die Stirn, aber er folgte pflichtbewusst Lokis Anweisungen.

 

Tony,
Ich weiß nicht, wie ich dir das sagen soll, aber das ist dein Sohn.
Wir haben vor eineinhalb Jahren eine Nacht zusammen verbracht. Ich hab’s versucht, aber ich kann das nicht mehr machen. Ich habe nie Kinder gewollt. Ich will das nicht, oder dich. Es tut mir leid.
Bitte, finde ein gutes Zuhause für ihn. Oder behalte ihn, ich weiß nicht. Er ist deiner, ich weiß, dass du das richtige tun wirst.
Es tut mir leid.
Sein Name ist Peter.

 

Das war alles. Da war nicht mehr. Kein Name, keine Rücksendeaddresse. Nichts. Tony drehte das Blatt Papier um, aber da war nichts.

„Ich schätze mal, dass du dich nicht erinnern kannst, mit wem du vor eineinhalb Jahren geschlafen hast?“, fragte Loki.

Tony kratzte sich verlegen am Kopf. Er war ein Playboy und er trank viel. Wie sollte er den Überblick behalten?

Loki seufzte schwer. „Vielleicht erinnerst du dich ja an sie, wenn du die Aufnahmen der Sicherheitskameras siehst.“

Sich bückend, hob er vorsichtig die Wiege hoch und gestikulierte Tony, dass er aus dem Weg gehen sollte. Er stand wie betäubt zu Seite, als Loki das Baby hineinbrachte.

„In der Zwischenzeit“, sagte Loki, „brauchen wir Baby Sachen. Wie werden euch einen Termin buchen müssen, damit ihr einen DNA-Test machen könnt, um zu beweisen ob er deiner ist oder nicht.“

„Was?“, zischte Tony. „Was meinst du mit Sachen? Wir behalten ihn nicht!“

Loki hielt inne und blickte über seine Schulter und sah Tony missbilligend an. „Er ist vielleicht dein Sohn. Bestimmt hast du nicht vor ihn einfach so zu entsorgen?“

Tony öffnete seinen Mund, aber er wusste nicht wirklich, was er sagen sollte. Er schloss ihn wieder und verlagerte sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen.

„Wie ich’s mir gedacht hatte“, sagte Loki, sein Schweigen als Zustimmung wertend. Er legte die Wiege am Boden ab und stand nachdenklich darüber. „Ich werde damit anfangen, eine Liste zu machen. Wir werden ein paar Sachen online bestellen, andere müssen wir sofort besorgen. Er wird Essen und Windeln brauchen und ein richtiges Bett und-“

Ein leises gurgelndes Geräusch ließ Loki aufhören und nach unten schauen. Tony fühle sich wie ein Reh im Scheinwerferlicht als die Wiege anfing sich zu bewegen. Im Gegensatz zu Tony, der wie festgefroren dastand, bückte sich Loki sofort und hab das Baby sanft aus der Wiege heraus.

Der Junge trug einen blauen Strampler und hatte braune Augen, aber es war nicht das Baby, auf dem Tonys Aufmerksamkeit ruhte, sondern Loki. Sein Gesichtsausdruck war auf eine Art und Weise sanft, die Tony nie zuvor gesehen hatte.

„Hallo du“, sagte er sanft, das Baby auf eine Art und Weise haltend, die natürlich und angenehm aussah. Er tätschelte den Hintern des Babys. „Nun, die muss schon mal nicht gewechselt werden. Du bist nicht hungrig. Ist dein Mittagsschlaf vorbei? Bist du neugierig darüber, wer wir sind?“

„Loki“, zischte Tony, nicht die Aufmerksamkeit des Babys erwecken wollend. „Kann es dich überhaupt verstehen?“

„Natürlich nicht“, antwortete Loki, seinen Blick nicht abwendend. „Aber das ist unwichtig. Wir sind fremde und das ist ein ungewohnter Ort. Eine beruhigende Person wird ihm helfen, sich zu entspannen.“

Es war eine sehr vernünftige Argumentation. Es warf nur noch eine Frage auf. „Wie weit du so viel über das alles?“

Lokis Lächeln wurde ein bisschen traurig. „Kinder mochten meine Mutter, sie hat oft babygesittet.“

Tony versuchte nicht zusammenzuzucken. Loki hatte während seiner Kindheit nicht viele Freunde gehabt und hatte einen Großteil seiner Jugend alleine oder mit seiner Mutter verbracht. Er wurde vermutlich über die Jahre oft in das Babysitten mit hineingezogen.

Dennoch, war da gleichzeitig etwas anderes in der Art und Weise, wie Loki ihn hielt.

Tony schlich näher, auf das Baby spähend, das gerade nach Lokis Haar griff und versuchte, daran zu ziehen. Loki entfernte die Hand des Babys geduldig, während sein Blick über den Raum huschte, vermutlich nach etwas suchend, dass er dem Kind geben konnte, um es zu beschäftigen.

Er war so natürlich so, so entspannt, so … friedlich?

„Du magst Kinder.“, sagte Tony, die Realisation plötzlich und überraschend.

„Natürlich tue ich das.“, antwortete Loki, sich scheinbar nicht von der Aussage gestört fühlend.

Er begann schließlich, zu seinem Schlafzimmer zu gehen. Tony folgte ihm.

„Wie kann es sein, dass ich das nicht wusste? Du magst Kinder! Willst du auch Kinder? Willst du ein Vater sein? Willst du-“

„Tony“, unterbrach Loki ihn, sein Gesichtsausdruck beinahe schon verärgert. „Ich habe nie einen Grund dafür gesehen, es dir zu erzählen. Wir sind kein Paar und ich habe keinen Freund, mit dem ich darüber nachdenke, zu adoptieren. Gerade haben wir eine dringendere Angelegenheit als meinen Wunsch nach einer Familie. Wir müssen etwas mit Peter machen. Für jetzt ist er beschäftigt, aber das wird nicht lange andauern. Wir brauchen Zubehör.“

Tony zuckte zusammen. „Stimmt, okay. Zubehör. Was brauchen wir?“

Die Stirn runzelnd, wendete Loki sich zurück zu dem Baby. „Idealerweise, ein exaktes Alter und eine Liste mit sämtlichen Allergien.“

„Warte. Allergien?“

Tony mochte gar nicht, wie sich das anhörte.

„Ich denke, dass wir vielleicht ins Krankenhaus müssen, um ihn untersuchen zu lassen. Du solltest Pepper anrufen, schau ob sie die Stark Industries Anwälte dazu bringen kann, wenn nicht die Mutter, dann doch zumindest eine Geburtsurkunde und seine medizinische Vorgeschichte zu finden. Wir werden einen DNA Test buchen, um zu bestätigen, dass er deiner ist. Ich will ihn nicht dem Sozialdienst übergeben, aber wenn er vorläufig bei uns bleiben soll, müssen wir wissen, wie wir ihn versorgen können.“

Tony konnte spüren, wie seine Kopfschmerzen schlimmer wurden. Er würde mehr Kaffee brauchen, wenn er das ganze ertragen sollte.

„Ich werde ihm etwas zum Spielen finden“, sagte Loki.

Loki drehte sich zu ihm um und hielt das Baby in seine Richtung. Tonys Augen rissen sich auf und er machte einen Schritt zurück. „Oh nein.“

„Tony“, sagte Loki, belustigt klingend. „Es ist ein Baby, keine Kobra.“

„Ich denke mir wäre die Kobra lieber.“

Loki verdrehte die Augen, bevor er wieder an ihn herantrat und ihm das Baby hinhielt. Tony konnte ihn wegwinken, er wusste, dass er es konnte, aber das Baby sah ihn mit großen braunen Augen an und irgendwie hielt Tony plötzlich das Baby in seinen Armen.

In dem Moment, in dem er es bemerkte, warf er Loki einen panischen Blick zu. Lokis Belustigung wuchs nur. Er sprach auch kein einziges Wort der Warnung, sondern drehte sich einfach nur um und verschwand in sein Zimmer. Tony blieb zurück, dastehend mit einem Baby in seinen Armen (seinem Sohn, falls man dem Brief Glauben schenken konnte, was, hah, Tony nicht tun würde, bis die Wissenschaft es bewies.)

Er sah auf es hinunter – Peter, lieferte sein Gedächtnis – und schenkte ihm ein verlegenes Lächeln.

„Ähm, hi?“

Das Baby fuhr fort, ihn anzustarren. Tony spürte, wie er in kalten Schweiß ausbrach.

„So, ähm, Ich bin, äh, Tony. Der andere Typ war Loki. Er ist ähm gut in diesem ganzen Zeug. Ich bin wirklich mehr ein Maschinen Typ.“

Tony schluckte nervös. Er zerbrach sich den Kopf nach etwas, das er tun konnte, als das Kind in dadurch überraschte, dass es seinen Arm hob und versuchte nach Tony zu greifen Als er verstand, was Peter wollte, änderte er vorsichtig seinen Griff, bevor er seine Sonnenbrille abnahm.

„Du willst die? Ich schätze sie ist ziemlich cool.“ Er hielt sie Peter hin und das Baby ergriff sie. Er gab ein zahnloses Lächeln und zog sie heran und steckte sich ein Ende in den Mund. Tonys Lippen zuckten. „Nun, ich schätze das zeigt, dass du guten Geschmack hast.“

Er wagte es, seinen Blick von dem Kind in seinen Armen abzuwenden, bevor er durch das Apartment rief: “Hey, ich habe etwas gefunden, mit dem er spielen kann.“

Vielleicht war dieses ganze Babysitten Ding gar nicht so schwer?

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Sie bekamen den DNA Test im Eiltempo. Tony ließ sein Geld spielen und sie bekamen die Ergebnisse so schnell wie überhaupt möglich.

Das Kind war seins, ohne jeden Zweifel.

Er war gesund und ein bisschen mehr als neun Monate alt. Sie hatten noch keine Geburtsurkunde, aber nichts sprach dafür, dass er irgendwelche massiven Allergien hatte.

Tony hatte keine Ahnung, wer die Mutter war und selbst nachdem er eine Kopie der Kameraaufnahmen geschickt bekam, konnte er sie zwar erkennen, wusste aber ihren Namen nicht.

Als sie endlich wieder in ihr Apartment zurückkehrten, stellte es sich heraus, dass Pepper auf Lokis Befehl hin eine Menge an Baby Sachen bestellt hatte. Tony hatte drei Tassen Krankenhaus Kaffee getrunken und eine Kopfschmerztablette genommen, aber er fühlte sich nicht im Entferntesten dafür bereit, was das alles bedeutete.

Loki hielt das Baby – seinen Sohn, – der in Lokis Armen schlief. Sein Freund war der Einzige, der auch nur ein bisschen glücklich über das Ganze schien. Pepper hatte resigniert geklungen, besorgt und als ob sie auch Kopfschmerzen bekommen würde. Aber Loki hielt Peter als ob er ein kostbarer Schatz war, von dem es ein Wunder war, dass Loki ihn überhaupt sehen konnte, ganz zu schweigen davon ihn zu halten.

Loki war derjenige, der ihn dazu anleitete, das Kinderbett zu bauen.

Sich bereits daran gewöhnend Lokis Befehle zu befolgen, wenn es sich um Dinge wie diese handelte, holte er alles aus der Packung und begann, es automatisch zusammenzubauen. Loki hatte sich mit Peter in seinen Armen auf die Couch gesetzt. Tony tat sein Bestes nicht darüber nachzudenken, was das alles bedeutete.

Loki ließ es ihm nicht durchgehen.

„Was wirst du mit Peter machen?“, fragte Loki. „Er ist dein Sohn.“

Tony erstarrte und vermied es, Loki anzusehen.

„Du kannst das nicht ignorieren“, beharrte Loki, seinen den-Kopf-in-den-Sand-stecken Plan sofort durchschauend. „Ich kann dir helfen, Tony, aber du bist derjenige, der über seine Zukunft entscheiden muss.“

Tony antwortete nicht und konzentrierte sich darauf, das Kinderbett zusammenzubauen. Loki kommentierte es nicht und Tony beendete es schweigend. Als es fertig und sicher war, reichte Loki ihm ohne Umstände Peter.

Loki hatte es viele Male während des Tages getan. Und mittlerweile fühlte er sich nicht mehr wie ein Reh im Scheinwerferlicht. Er fühlte sich aber dennoch immer noch seltsam und komplett unvorbereitete dafür, einen Sohn zu haben. Er hatte sich nie Gedanken über Kinder gemacht. Er hatte immer angenommen, dass sie nie existieren würden oder wenn doch, dann in ferner Zukunft und auf das Drängen einer Ehefrau hin.

Eine zufällige Vaterschaft war auf jeden Fall nicht in seinem Plan vorgesehen.

Und dennoch, als er mit dem Baby in seinen Armen dastand, während Loki geschäftig um sie herumeilte, Decken und Spielzeug holend und das Kinderbett herumschiebend, war Tony gezwungen darüber nachzudenken, was er nun tun würde, da Peter da war.

In Wahrheit sah es so aus, dass er keinen Zweifel daran hatte, dass er ein beschissener Vater sein würde. Er konnte keine Pflanze lebendig halten, ganz zu schweigen von einem Kind. Howard war ein schreckliches Vorbild und das Kind wäre wahrscheinlich bei einer Familie, die ihn wollte, besser aufgehoben.

Und dennoch konnte Tony die Erinnerung von Loki, der Peter hielt, nicht aus seinem Kopf bekommen. Sein Freund hatte so glücklich ausgesehen.

Wer war er, um Lokis Chancen Papa zu spielen zu zerstören? Es würde sowieso eine Weile dauern bis sie irgendetwas bezüglich Peter tun konnten. Selbst falls seine Anwälte eine nette Familie fanden und er Peter zur Adoption freigab, würde es eine gewisse Zeit dauern.

„Wir werden ihn für’s erste behalten“, sagte Tony, was Loki zu brachte, ihn anzuschauen.

Der Gesichtsausdruck seines Freundes war ungewohnt zurückhaltend und Tony konnte den Blickkontakt nicht aufrechterhalten. Er ertappte sich dabei, wie er stattdessen Peter ansah.

Er mochte das Kind zwar nicht für immer behalten (umso besser für Peter), aber er schätzte, … es war sein Sohn. Das mindeste was er für ihn tun konnte, war auf ihn achtzugeben, so lange er ihn bei sich hatte.

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Tony begann die Entscheidung zu bereuen als die Stunden verstrichen.

Klar, er war hauptsächlich für das Aufbauen zuständig, aber Loki wollte, dass er die Grundlagen des Elternseins verstand. Das bedeutete ihn zu füttern, Windeln zu wechseln und zu lernen, wie man Peter beruhigte, wenn er anfing zu weinen.

Tonys Kopfschmerzen kamen bereits mit aller Macht zurück. Loki, im Vergleich, fand seine Unsicherheit und Verwirrung amüsant. Er war ein Zauberer. Er hob Peter einfach nur auf und babbelte ihn an und plötzlich lächelte, lachte und benahm sich Peter.

Es war das komplette Gegenteil mit ihm. Tony war sich sicher, dass er etwas Falsches tun würde oder es schlimmer machen würde, wenn er nur so viel tat wie neben dem Kind zu niesen. Er zog es vor, sich in der Küche zu verstecken und Kaffee zu kochen und die Überreste der Party aufzuräumen. Er hatte das letztere als Ausrede dafür benutzt, dem Baden zu entgehen.

„Ist er nicht süß, Tony?“

Seinen Kopf von hinter der Couch hervorsteckend, fühlte Tony, wie sich etwas in seinem Herzen zusammenzog. Loki stand in einem Shirt voller Wasserspritzer und mit nassen Haarspitzen da. Er lächelte so breit, dass seine Grübchen sichtbar waren, als er Peter in seine Richtung hielt. Sein Sohn trug einen blauen Dinosaurier-Strampler und sogar Tony musste zugeben, dass … es ziemlich niedlich war.

Sie waren beide niedlich.

„Ja, er ist ähm, süß.“

Loki verdrehte die Augen und veränderte seinen Griff so, dass Peter gemütlich in seinen Armen lag. Er sah im Apartment herum und nickte zustimmend.

„Gut. Das Zimmer wird bewohnbarer für ein Kind, aber wir werden es immer noch babysicher machen müssen. Ich werde eine neue Liste mit Sachen erstellen, die Pepper kaufen soll.“ Er begann sich umzudrehen. „Wir sollten einen Platz in deinem Schlafzimmer für das Kinderbett leeren.“

„Halt, halt, halt.“ Tony stand auf, die Hände hebend und Loki aufhaltend. „Auf gar keinen Fall.“

Loki sah zu ihm hinüber. Als er Tonys Position sah, verdrehte er die Augen.

„Sei nicht lächerlich. Es macht am meisten Sinn, das sein Bett in der Nacht nahebei ist.“

„Dann stell es halt zu dir hin“, beharrte Tony.

Du bist sein Vater“, argumentierte Loki, genervt klingend. „Er sollte bei dir sein.“

„Ich habe keine Ahnung was ich tun soll! Behalt du ihn!“

„Niemand weiß, was man tun soll, wenn man anfängt.“, wies Loki zurück. „Ich habe das bereits erklärt. Du wirst es lernen.“

Tony schüttelte immer noch den Kopf. „Nein. Auf keinen Fall. Wenn er in mein Zimmer kommt, kommst du besser mit ihm.“

Loki blinzelte und sein Gesichtsausdruck wurde für einen Moment seltsam. „Dein Zimmer teilen?“

„Ja.“ Tony nickte. Er begeisterte sich bereits für die Idee. „Du wirst das Bett und die Pflichten teilen. Ich werde tun, was du sagst und du passt auf ihn auf. So einfach.“

Zum ersten Mal sah Loki aus wie ein Reh im Scheinwerferlicht.

„Ich denke nicht, dass das eine gute Idee ist, Tony.“, seine Stimme klang seltsam, aber Tony war bereits von der Idee überzeugt.

„Warum nicht? Auf diese Weise können wir einander aufwecken, wenn er weint. Oder abwechseln. Und ich muss nicht durch das ganze Apartment rennen, wenn etwas schiefgeht, ich werde dich einfach anstupsen.“, Tony grinste. „Mein Bett ist sowieso groß genug für zwei. Hah!“ Er kicherte. „Du wirst die erste Person sein, die es tatsächlich mit mir teilt, für länger als nur ein paar Stunden zumindest.“

Loki schluckte und sein Blick wanderte zu Peter hinunter. Er sah immer noch nicht überzeugt aus, aber er hörte auf sich zu beschweren, also nahm Tony das als Zustimmung. Er ergriff das Kinderbett und zerrte es in Richtung seines Zimmers. Es war schwerer als erwartet und unpraktisch, aber er schaffte es, es hineinzubekommen, ohne irgendetwas zu zerbrechen. Loki folgte hinter ihm, Peter sanft in seinen Armen wiegend, als er Tony bei der Arbeit zusah. Er machte gelegentlich einen Kommentar darüber, wo er die Sachen hinstellen sollte und was er noch holen sollte.

Tony musste drei Trips machen und beim letzten ging er in Lokis Zimmer um seine drei grünen Kissen zu holen. Er wusste, dass sein Freund pingelig bezüglich ihrer Härte war. Er würde es für immer vorgehalten bekommen, wenn er Loki eines von seinen gab.

Als er sie auf das Bett fallen ließ, bekam Loki wieder einen seltsamen Ausdruck in seinen Augen, aber er drehte sich weg, bevor Tony mehr tun konnte als die Stirn zu runzeln. Er sah auf das Bett hinunter.

Klar, seine roten Kissen und Lokis grüne sahen ein wenig seltsam zusammen aus. Aber das war auch nicht seltsamer als ein Kinderbett im verdammten Zimmer zu haben.

„Wir sollten bald zu Abend essen.“, murmelte Loki. „Babys schlafen nur selten die ganze Nacht lang. Wir sollten früh schlafen gehen und solange schlafen wie wir nur können.“

Normalerweise mochte Tony es, nach einer Party einen Erfindungsbinge zu haben, aber er zweifelte, dass das irgendwann in näherer Zukunft wieder passieren würde. Sein Kopf tat bereits weh, wenn er sich nur das ganze Geweine, das in seiner Zukunft lag, vorstellte.

„Stimmt“, sagte er. „Was auch immer du meinst.“

Loki hielt in der Türschwelle inne, bevor er sich umdrehte und zurückkam. Er drückte Peter automatisch in Tonys Arme.

„Was? Loki-“

„Du bist ein nutzloser Koch“, erklärte Loki. „Du kümmerst dich um ihn, während ich etwas zubereite.“

„Aber, können wir nicht einfach bestellen?“, hakte Tony nach, Loki dich auf den Fersen folgend, als er den Raum verließ. „Loki! Komm schon, was wäre mit Pizza? Du hältst ihn, ich rufe an. Ich spendiere dir auch eine Pizza!“

„Nein“, beharrte Loki. „Wir werden auf ein Kind aufpassen. Wir müssen uns gesund ernähren, genauso wie er.“

„Aber es ist ihm noch nicht einmal bewusst. Er weiß nicht, ob wir Pizza oder Gemüse essen!“

„Das ist nicht der Punkt“, fuhr Loki wenig eingeschüchtert fort. „Ich werde uns Essen kochen. Du wirst dich selbst und deinen Sohn beschäftigen müssen, während ich koche.“

„Aber … aber was soll ich tun?“

Loki hielt inne und warf einen Blick über seine Schulter in seine Richtung. Tony wusste, dass er vermutlich weitäugig und lächerlich aussah, als er merkte, wie Lokis Gesichtsausdruck sanfter wurde.

„Lies ihm etwas vor.“, schlug Loki vor. „Vielleicht schläft er sogar in deinen Armen ein.“

Tony gefiel die Idee von einem schlafenden Peter.

„Okay. Und was lese ich ihm vor?“

„Was auch immer du willst.“, sagte Loki. „Er wird den Kontext nicht verstehen. Lass einfach nur die Worte sanft und beruhigend klingen. Falls es nicht unterhaltsam genug ist hol ein Spielzeug und spiel mit ihm.“

Tony wünschte sich wirklich, wirklich, dass Loki es einfach übernehmen würde, aber er wusste, dass Loki seit das Ganze angefangen hatte von ihnen beiden derjenige gewesen war, der mehr mit Peter getan hatte. Er schätzte, dass es nur fair war, wenn er Loki eine Pause gönnte.

Abgesehen davon sollte es nicht zu schwer sein. Leute bekamen die ganze Zeit Kinder. Er war ein Genie. Sicherlich konnte er es hinbekommen ein Baby für eine halbe Stunde zu beschäftigen?