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Have we met before?

Summary:

"Weißt du, als Kind hatte ich komische Träume von einem Jungen mit blonden Haaren und blauen Augen. Ich träumte von seinem Lachen und seinen Tränen. Jedesmal wenn ich aufwachte fühlte ich mich so leer und einsam, als sollte er direkt neben mir liegen und mich trösten."

Chapter 1: Der Beginn von etwas Neuem

Chapter Text

Blonde Haare, eisblaue Augen und eine braune Uniformjacke. Ein sanftes lächeln und dann Schnee und Eiseskälte. Schwarzes Wasser und doch diese Glückseligkeit. Er streckte seine Hand nach dem Eis über seinem Kopf aus, er ignorierte wie die Kälte des Wassers auf seiner Haut brannte und wie sehr seine Lunge nach Sauerstoff bettelte. Dann legte jemand seine Hand auf der anderen Seite des Eises ab. Er sah wieder blaue Augen, die mit Tränen gefüllt waren, blonde Haare die nass an der Stirn des Anderen klebten und spröde Lippen die zu einem Schrei geöffnet waren.

 

 


Albrecht schreckte aus seinem nicht sehr erholsamen Schlaf auf, Tränen brannten auf seinen Wangen und seine Kehle fühlte sich an als wäre sie fest mit Maschendraht umschlungen sodass kein laut herauskam.



Er blieb in seinem Bett, unter der wohlig warmen Decke, für eine halbe Ewigkeit liegen. Wieder hatte er diesen Traum, der ihn so verwirrte und verängstlichte. Albrecht versuchte seinen Atem unter Kontrolle zu bringen, versuchte sich im hier und jetzt zu verankern und diesen Traum zu vergessen.


Sein Smartphone, was schon mal bessere Tage gesehen hatte, gab ein leises Ping von sich und signalisierte ihm damit das er eine neue Nachricht hatte.


Schwerfällig drehte er sich auf die Seite und fischte nach dem Ladekabel an welches das Telefon angeschlossen war und zog es zu sich. Schnell gab er sein Passwort ein und überprüfte seine Benachrichtigungen.





Allenstein auf locked in



Chrissy

Guten Morgen meine Kameraden! Habet ihr auch wohlig geschlafen und erholt?

(Ps. Albrecht denk dran das wir dich nachher abholen, gell<3)


Siggi

Junge was willscht du' von mein Eiern

Ey es ist halb acht


Hefe

Naja dann geh doch wieder schlafen du Opfa


Siggi

Kann ja nicht müssen ja immer so irre früh losfahren in dieses scheiß Internat eyyy


Albi Abi

Guten Morgen alle zusammen, ich meine zu sagen das es nicht wirklich zur Erholung kam. Und ja Christoph ich habe daran gedacht und schon fertig gepackt für die Schule. Außerdem, wieder frage ich was dieses Abi bedeutet.


Tjaden

Alta wat laberscht du? Red doch normal eyyy

(Pschhhh Abi bedeutet Bruder, ist türkisch glaub ich)


Chrissy

Albi hast du wieder schlecht geträumt?


Hefe

Ach shit war das wieder dieser Komische traum? Mit dem See?


Albi Abi

Nunja ich denke mal schon aber alles gut

Tut mir leid Tjaden^^' (danke<3)


Tjaden

All good bro

Ich check immer noch net ganz wie man so geschwollen reden kann so auf ernst checkst du


Albi Abi

Eh, ja genau ich verstehe dich vollkommen


Siggi

HAHAHAHAHAHAHAHHAHA das ist jedesmal lustig die beiden


Kathi Mausi

Jungs was zum Fick is‘n hier los? Es ist dreiviertel 8 und ihr seid schon wach?

Albrecht ist alles in Ordnung?


Albi Abi

Wird schon wieder, Katharinna. Mach dir keine Sorgen.


Kathi Mausi

Ok, aber ruf an, wenn nicht mehr besser wird ok?


Albi Abi

Werd ich machen.


Chrissy

KATHI MAUSI HALLO


Kathi Mausi

CHRISSY HIIIIIII<33333


Tjaden

Bah alta 


Siggi

Die turteltauben yikes bah ey


Hefe

Hey hab ihr schon die Mitteilung von allenstein gelsesen? Dieses Jahr kommt nh Neuer. Anscheinend zu uns in die Bude


Albi Abi

Na toll, noch so ein Bekloppter.


Tjaden

EY ALDA


Chrissy

Boah oha wie fies Haahahahahahaha


Hefe

Oha hast du uns nicht mehr lieb??


Kathi Mauis

Hahahahaha oh Albrecht das wird ja was du tust mir ja schon ein bisschen leid.


Chrissy

MAUSI OHA


Albi Abi

Ich tut mir selber auch leid, Katharinna.



Lächelnd legte Albrecht sein Smartphone wieder auf den Nachttisch und machte Anstalten aus dem Bett aufzustehen. Gerädert öffnete er die Kleiderschranktür und zog sich Klamotten heraus die einigermaßen dem Standard seines Vaters entsprachen. Bevor er ins Bad verschwand öffnete er das Fenster ganz und ließ die warme Augustluft in sein Zimmer.


Auf Zehenspitzen, um ja seine Eltern nicht zu wecken, schlich er sich ins Bad, um sich fertig zu machen.


Immerhin würde Christoph ihn ja bald abholen. Schnell zog er sich sein Hemd über die Schultern und knöpfte es zu, den Saum in die Hose steckend und den Reißverschluss hochziehen. Er hasste seine Schuluniform. Aber die Privatschule legte sehe viel Wert darauf das diese getragen wurde, naja eigentlich nicht bei der Ankunft aber darauf legte sein Vater sehr viel wert. Also wurde sie angezogen und in dem Internatszimmer direkt für seine Gammelkleidung getauscht.


Nachdem er sich die Zähne geputzt hat und die Haare hergerichtet hatte, schlich er zurück in sein Zimmer um seine Sachen erneut zu überprüfen, ob er denn wirklich alles eingepackt hatte.


Erleichtert atmete er aus als er den Reißverschluss des Koffers schloss und sich mitsamt dem Koffer aufrichtete. Sein Smartphone landete in seiner Hand und das Ladekabel in seiner Schultasche.


Chrissy

Halli Hallo Albrecht!!

Wir sind in fünf (5) Minuten bei dir gell


Albi Abi

Okay, ich begebe mich schon mal nach unten.



Mit einem leisen Seufzen steckte er sein Telefon in seine Hosentasche, sein Fenster hatte er schon wieder geschlossen. Albrecht schulterte seinen Rucksack und griff nach dem Koffer. Seine Eltern müssten jetzt beim stillen Frühstücken sitzen.


Er hievte den eher schweren Koffer die Treppen hinunter und stellte diesen im Gang ab, seinen Rucksack ließ er daneben auf den Boden gleiten. Noch einmal atmete er tief ein und aus, bevor er sich auf den Weg in die große, karge, weiße Küche Schrägstrich Esszimmer machte.


Sein Vater saß schon an dem dunklen Esstisch aus Mahagoniholz, die Zeitung vor seinem Gesicht aufgeschlagen und der schwarze Kaffee stand neben seinem Teller mit einem aufgeschnittenen Brötchen darauf. Seine Mutter knabberte an einem Marmeladenbrötchen und daddelte an ihrem Telefon, wahrscheinlich machte sie wieder was mit ihren Freundinnen aus.


"Guten Morgen, Vater und Mutter. Ich wollte euch nur Bescheid geben, das ich heute wieder nach Allenstein zurückkehre. Christophs Mutter hat sich bereit erklärt mich mitzunehmen, ich bin also in guten Händen." Albrecht nahm seine Stimme gar nicht wirklich war als ihm die familiären Worte von den Lippen purzelten, immer wenn er mit seinen Eltern sprach klang er nicht wie er selbst. Er klang wie die Version die sie gerne gehabt hätten aber dennoch niemals bekommen würden.


Seine Mutter sah von ihrem Smartphone auf und sah ihn eindringlich ein. Ihre Augen bohrten sich in sein Gesicht, ließen unwohl und unbeholfen fühlen. Währenddessen würdigte ihn sein Vater nicht eines Blickes und brummte nur als Zustimmung.


Sein Telefon pingte in seiner Hosentasche, schnell verabschiedete er sich von seinen Eltern und wünschte ihnen noch eine schöne Zeit, bevor er wieder zurück in den Gang marschierte und dabei sein Telefon aus seiner Hosentasche zog. Er las die Nachricht von Christoph, dass seine Mutter gerade vor dem Haus vorgefahren wäre und er doch bitte herauskommen sollte. Mit einem kleinen lächeln auf den Lippen schnappte er sich seinen Rucksack und den großen Koffer und spazierte durch die Haustür in den großen Vorgarten. Er lauschte den zwitschernden Vögeln als er sein Handy in der Hosentasche verschwinden ließ.